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Mobile Nachbarn in Schildgen - viele große Ideen haben in einer Garage ihren Anfang genommen

Kategorie:
Vereine, Initiativen und Wohltätige Organisationen, Portraits

Am Anfang hab ich gedacht, dass ich in diesem Artikel ein ganz schwieriges Thema aufgreife. Aber, wenn man genau drüber nachdenkt, ist es eigentlich ganz einfach. Und das haben Christiane Haenseler, Peter Donath, Thomas Weber, Rolf Büchel, Michael Funcke und andere Mitglieder der katholischen Herz-Jesu -Gemeinde in Schildgen gemacht. Sie haben aber eben nicht nur gedacht, sondern sie haben auch umgesetzt. Und zwar die Initiative Mobile Nachbarn in Schildgen.

Was steckt dahinter? Die Idee ist simpel. Sollte jemand sein altes Fahrrad nicht mehr benötigen, bringt er es zu den Öffnungszeiten (Samstags 10:00 - 12:00) zur Garage des Pfarrbüros an der Altenberger-Dom-Str. 140 in Schildgen. Dort wird es repariert und an jemanden für kleines Geld weitergegeben, der sich sonst keines leisten könnte. Zudem werden auch Helme, Schlösser, Luftpumpen, Kinderroller und Kindersitze ausgegeben.

Das hat sehr einleuchtende Vorteile. Zum einen kommen die Räder nicht auf den Müll, sondern können noch weiter als Drahtesel dienen. Ein großer Beitrag zur Nachhaltigkeit. Desweiteren können Bedürftige (bezugsberechtigt sind Hartz-IV-Empfänger und Flüchtlinge) mit Hilfe der Räder viele Wege zu Ämtern, Ärzten und Anlaufstellen alleine und selbstständig zurücklegen.

Die Räder und das Zubehör werden zu kleinen Preisen an Hartz-IV-Empfänger verkauft, bzw. an Flüchtlinge gegen eine Schutzgebühr verliehen, da man die Räder in Schildgen halten möchte und viele Flüchtlinge in Zukunft den Wohnort wechseln werden. Die Flüchtlinge, die im "Haus Pohle" wohnen, können den neu geliehenen Drahtesel direkt in dem von Mobile Nachbarn in Schildgen gebauten Fahrradcarport wettergeschützt anschließen. Unterstützung erhielt die Initiative z.B. von Stephan Klösel von Meister Eigen. Die Arbeit hat sich gelohnt.

 


Foto: Von Mobile Nachbarn in Schildgen zur Verfügung gestellt.

 



Ist das alles? Noch lange nicht! Das Projekt soll kein reines "Abarbeiten" von Werkstattsaufträgen sein, es soll auch zur Annäherung und Integration dienen. So veranstaltet Mobile Nachbarn Schildgen regelmäßig Fahrradtouren für alle Bürger (neue und alteingesessene). Gemeinsam lernt man die Umgebung mit dem Rad zu erkunden, spricht miteinander und tauscht sich aus.


Foto: Von Mobile Nachbarn in Schildgen zur Verfügung gestellt.

 

Die letzte Tour ging in den Dünnwalder Wildpark. Es ist für alle Teilnehmer und Organisatoren ein Riesenspaß gewesen. Peter Donath erzählte, dass er sehr beeindruckt war, wie rücksichtsvoll die Autofahrer auf die Fahrradkolonne reagiert hätten. Sie seien überall hervorragend durchgekommen.

Und die nächste Tour ist auch schon geplant. Am 02.10.2016 geht es um 14:00 los. Bis ca. 17:30 wird die Fahrt mit dem Ziel Naturgut Ophoven gehen.

Wer darf denn mitfahren? Jeder! Jeder, der gerne Rad fährt, jeder, der gerne neue Leute kennenlernen will, Familien, Alleinstehende, Neunachbarn, Altnachbarn, einfach jeder. Je mehr, desto lustiger.



 

Gibt es noch was, was Mobile Nachbarn in Schildgen anbietet? Und ob! Es werden z.B. Kurse veranstaltet, in denen Frauen das Radfahren erlernen können. In Planung sind zudem Kurse, in denen die Verkehrsregeln erklärt und geübt werden. Für solche und ähnliche Aktionen werden immer wieder Helfer gesucht. Christiane Haenseler kümmert sich um die Organisation dieser Veranstaltungen und teilt die Freiwilligen ein.



 

Jeder im Orgateam von Mobile Nachbarn in Schildgen hat eine ganz eigene Motivation, diesen Einsatz zu leisten. Einfach helfen wollen, ohne es als Pflicht zu sehen, seine Zeit frei einteilen zu können und sie mit Sinn zu füllen, anderen abzugeben, zurückzugeben oder zu teilen. Das Schönste an dieser Arbeit sei, so berichtet Peter Donath, wenn man Kinderfahrräder an Familien geben könne.

Alle, die ebenfalls ihre freie Zeit mit Sinn füllen möchten, sind herzlich eingeladen, sich an diesem Projekt zu beteiligen. Es gibt keine Mindeststundenzahl. Montags um 19:00 finden die Versammlungen in der Alten Bücherei der Herz Jesu Kirche statt. Hier kann man einfach hingehen und sich informieren. Das Team ist nett und einen Werkstatthund gibt es auch.



Für alle, die helfen möchten: Was braucht die Initiative? Vor allem Manpower in der Garage. Die Initiative freut sich über jede Stunde, die man aufwenden kann (Kinderbetreuung während der Kurse, Ausgabe, Orga, etc.) Häufig kämen aber Fahrräder, die nicht zeitnah repariert werden können, da an einigen Tagen zu wenig Leute mit ausreichend "Schrauber-Know-How" da seien. Schrauber, Bastler und Tüftler seien also immer herzlich willkommen.

Zudem wird immer Material benötigt. Helme, Pumpen, Schlösser, Lichter, Reflektoren, Schläuche, alles eben, was an einem Fahrrad fehlen oder kaputtgehen kann.

Ach ja. Und Geld kann man schließlich auch nie genug haben. Um vernünftiges Werkzeug und Ersatzteile kaufen zu können, werden Spenden benötigt. Die Bankverbindung für Spenden findet man auf der Homepage. Viele Privatpersonen und auch Firmen haben sich schon monetär an diesem tollen Projekt beteiligt (Spanier, Meister Eigen, Daume, etc.).

Das Team von Mobile Nachbarn in Schildgen freut sich auf und über jede Unterstützung!

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